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Schottergärten, mehr als ein ästhetischer Verstoß

Geschotterte Gärten
In den letzten Jahren hat die Anzahl der geschotterten Gärten, insbesondere Vorgärten, extrem zugenommen. Grund hierfür ist der vermeintlich geringe Pflegeaufwand, da unter dem Schotter eine Folie verlegt wird, die keine unerwünschten "Unkräuter" durchlässt (der Effekt hält jedoch nur 1-2 Jahre, oftmals siedeln sich bereits schon vorher Moos oder Algen an, deren Beseitigung aufgrund des Schotters und der empfindlichen Folie sehr arbeitsintensiv ist).

Betonierte Gärten
Manchmal ist die Fläche sogar betoniert. Jedoch waren Steine im Vorgarten rechtlich gesehen schon immer eine Grauzone. Im Bauordnungsrecht der baden-württembergischen Landesbauordnung ist nämlich vorgeschrieben, dass nicht überbaute Flächen zu begrünen sind. Daher waren Steine statt Gras oder Buschwerk schon immer ein Verstoß. Klargestellt wurde dieses Verbot nun durch das Landesnaturschutzgesetz, woraufhin Schottergärten seit dem 01.08.2020 in Baden-Württemberg verboten sind. 

  • Schottergarten und grüner Garten

    Verbot von Schottergärten

    Hierfür gibt es viele Gründe, unter anderem diese:

    • Aufgrund der unter den Steinen verlegten Folie kann das Oberflächenwasser nur schlecht versickern. Das Wasser landet nicht im Grundwasser (wo es eigentlich hingehört), sondern in der Abwasserleitung. Das kann dazu führen, dass es bei Starkregen zu Überschwemmungen kommen kann. Aufgrund unserer Erfahrungen, welche wir im Gewerbeimmobilienverwaltungs-Team gemacht haben, können wir das leider nur bestätigen!.
    • Zudem kann es jeder, der am Abend eines sonnigen Tages auf einer mit Steinen versiegelten Fläche stand, nachvollziehen: Die Steinflächen heizen sich unter der Sonneneinstrahlung stark auf und geben die Hitze selbst nachts noch an die Umgebung ab. In Zeiten von immer heißeren und trockeneren Sommern wird das - im Vergleich zu einem Aufenthalt unter Bäumen - schnell äußerst unangenehm.
    • Auch durch den Wegfall der Verdunstung durch Pflanzen sinkt die Luftfeuchtigkeit und die kühlende Wirkung entfällt. Vor allem bei gehäuftem Vorkommen solcher versiegelten Flächen in bebauten Gebieten geht man von einer verstärkten Sommerhitze und Trockenheit in der Umgebung aus. Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Städten wesentlich heißer ist als auf dem Land.
    • Und zuletzt haben wir auch das Problem des Insektensterbens und dem Rückgang der Artenvielfalt. Was das für uns Menschen schlußendlich bedeutet, muss hier nicht weiter erläutert werden.

    Abschließend ist einfach nur zu sagen, dass jeder mit ein bisschen Aufwand (ob Garten, Balkon, Terrasse usw.) seinen Beitrag leisten kann, um weiterhin Vogelkonzerte, bunte Blüten, Bienen-Gesumme und eine reiche Obst- und Gemüseernte, zu erleben. 

    Border circle
    Hallo, ich bin Diana Leucht

    und arbeite seit 2008 bei der Kraichgau Immobilien GmbH und ich kann nur über das bloggen, was die Verschwiegenheitsverpflichtung zulässt.


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